Lehrstuhl für Werkstofftechnik
Der LWT im Verbund
Die Aufgaben des Lehrstuhls für Werkstofftechnik im Verbund umfassen Untersuchungen zu Auswirkungen des Ammoniakbetriebs auf Werkstoffmikrostrukturen und Eigenschaften von ausgewählten metallischen Konstruktionswerkstoffen von Motorkomponenten, das wissenschaftliche Verständnis von Schädigungsmechanismen sowie die gezielte Ableitung und Untersuchung von Gegenmaßnahmen. Dies
betrifft insbesondere:
- Einspritzdüse, Düsennadel (Einsatzstähle, Nitrierstähle, Werkzeugstähle). Hier wird beim Wechsel von Diesel zu Ammoniak eine Verringerung der Schmierwirkung und damit ein erhöhter Verschleiß der Motorkomponenten erwartet.
- Auslassventil (warmfeste, korrosionsbeständige Stähle): Veränderte korrosive Abgasbestandteile beim Wechsel von Diesel zu Ammoniak, insbesondere Wasserdampf sowie auch Nitrierwirkung.
- Gleitlager Pleuel, Kurbelwelle, Nockenwelle (Kupferlegierungen): NH3 wird im Motoröl gelöst und gelangt mit der Schmierung an die Gleitlager. Hier wird beim Wechsel von Diesel zu Ammoniak eine Spannungsrisskorrosion erwartet.
Die Kompetenzen des Lehrstuhls für Werkstofftechnik liegen auf den Fachgebieten der metallischen Konstruktionswerkstoffe (Eisenlegierungen, Nichteisenmetalllegierungen), insbesondere deren Wärmebehandlung, Wärmebehandlungssimulation und in-situ Analyse von Phasenumwandlungen (Dilatometrie, Kalorimetrie) sowie mechanische Prüfungen und fertigungsintegrierte Wärmebehandlung (Urformen, additive Fertigung, Umformen, Fügen). Für die hochauflösende Analyse von Werkstoffstrukturen stehen Lichtmikroskopie und Elektronenmikroskopie mit chemischer Analytik zur Verfügung. Der LWT betreibt grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung für nachhaltige Energietechnik, Verkehrsmittelbau und Medizintechnik.
Interdisziplinäre Fakultät
Der Lehrstuhl ist Mitglied der Interdisziplinäre Fakultät, Department
Leben, Licht und Materie (LLM) in den Kopetenzzentren für Kalometrie und thermische Analyse (°CALOR) sowie Elektronenmikroskopie (ELMI MV).Damit besteht Zugriff auf Transmissionselektronenmikroskopie. Das ELMI MV verfügt über zwei Transmissionselektronenmikroskope:
- Ein 120 kV-Gerät der Firma Thermofisher (Thalos L120C) für die schnelle Bildgebung und Analytik, und
- Ein hoch-auflösendes 200 kV-Gerät der Firma JEOL (JEM-ARM200F NeoARM) mit umfangreicher Analytik inklusive abbildender Elektronenenergieverlustspektroskopie und unterschiedlichsten in-situ Probenhaltern für temperatur- und druckabhängige Untersuchungen in Flüssigkeiten und gasförmigen Umgebungen
Damit sind Werkstoffuntersuchungen mit Prüfkörpern unter einer Ammoniakatmosphäre bei verschiedenen Temperaturen möglich. ELMI-MV ist ein zentraler Anlaufpunkt für hochauflösende elektronenmikroskopische Untersuchungen im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
